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Berlin. Der FDP-Partei- und -Fraktionsvorsitzende DR. GUIDO
WESTERWELLE schrieb für die „BILD am Sonntag“ (heutige Ausgabe) den
folgenden Gastbeitrag:
„Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass der Deutsche Bundestag
eine stärkere Rolle bekommen muss, wenn nationale Zuständigkeiten künftig
auf die Europäische Union übertragen werden. Das ist gut, denn damit rücken
die europäischen Entscheidungen näher an die Bürgerinnen und Bürger in
Deutschland. Viele Deutsche und Europäer haben das berechtigte Gefühl, dass
ihre ganz persönlichen Interessen von der Europäischen Union zuwenig
vertreten werden.
Dieses bürgernähere Europa darf aber nicht nur im Gesetz stehen, sondern
muss sich auch regelmäßig im politischen Alltag bewähren. Deshalb sagen wir
Freien Demokraten: Mehr Demokratie in Europa – ja. Mehr Bürokratie in
Europa - auf keinen Fall. Wenn die Verhandlungsführer europäischer
Regierungen in Brüssel vor jeder Einigung zuerst immer ihre Parlamente
befragen müssen, droht das Ende der politischen Handlungsfähigkeit in
Europa.
CSU-Chef Horst Seehofer sollte sich an seine Zeit als
Bundeslandwirtschaftsminister erinnern – gerade er weiß recht gut, wie sehr
man als deutscher Unterhändler in EU-Fragen auf Verhandlungsspielräume
angewiesen ist, wenn man für Deutschland Gutes erreichen möchte.
Die CSU reklamiert für sich gerne außenpolitische Erfahrung - jetzt kann
sie beweisen, dass sie ein besseres Europa nicht blockiert. Das neue
Begleitgesetz zum Lissabon-Vertrag darf an den Wahlkampf-Interessen der CSU
nicht scheitern.“
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