II. Bildungschancen von Kindern verbessern
Verantwortungsbewusste Bildungspolitik muss dem demografischen Wandel und den damit verbundenen sinkenden Schülerzahlen rechtzeitig und innovativ begegnen. Dabei zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass eine begabungsspezifische Förderung aller Schüler nur mit einem differenzierten Schulsystem zu erreichen ist. Allerdings ist auch an die Situation der Hauptschulen zu denken, deren besondere Stärken heute nicht selten in Frage gestellt werden. Das hängt nach unserer Einschätzung auch mit dem Begriff der „Hauptschule" zusammen, der zum Teil problembehaftet ist. Wir wollen deshalb das differenzierte, begabungsgerechte Bildungssystem weiterentwickeln. Der demographische Wandel mit mancherorts erheblich sinkenden Schülerzahlen sowie ein veränderter Elternwille führen dazu, dass es unterschiedliche Rahmenbedingungen für die weiterführenden Schulen gibt. Aus diesem Grund sehen wir die „regionale Mittelschule" als zeitgemäße Alternative, die genügend Differenzierungsmöglichkeiten bietet, um den unterschiedlichen Begabungen der Schüler gerecht zu werden und dem demografischen Wandel zu begegnen. Heute erfolgreiche Schullandschaften, die über eine ausreichende Anzahl an Schülern verfügen, dürfen dabei aber nicht in Frage gestellt werden. Konkret bedeutet das für unsere Arbeit in Telgte, dass wir die Entwicklung der Schulen, insbesondere der Hauptschule und der Realschule, in den nächsten Jahren sehr genau beobachten werden. Bei weiter sinkenden Anmeldungen von Schülern stellt sich das Konzept einer „regionalen Mittelschule“ auch für Telgte als echte Alternative dar.
Unabhängig von der Schulstruktur legen wir besonderen Wert darauf, dass alle Schüler gleiche Bildungschancen erhalten und die verfügbaren Mittel gerecht auf die unterschiedlichen Schulen verteilt werden.
Das bereits vorhandene Angebot der Offenen Ganztagsschulen werden wir quantitativ, aber vor allem auch qualitativ weiterentwickeln, um sowohl die Angebotsstrukturen für die Eltern als auch die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes zu verbessern.
Bildungseinrichtungen vernetzen
Wir unterstützen die Bildungskooperationen zwischen Schulen und Betrieben, wie sie im Telgter Modell bereits erfolgreich umgesetzt werden. Der frühzeitige Kontakt von Schülern mit dem Berufsleben erleichtert die Berufsfindung und die Integration in das Berufsleben und zeigt den Schülern frühzeitig Perspektiven für die berufliche Entwicklung auf. Deshalb möchten wir solche Projekte systematisch fördern, ausbauen und zu einem dauerhaften System verdichten.
Schulsozialarbeit weiter fördern
Die Schulsozialarbeit hat sich als unerlässlich für eine funktionierende Lernumgebung erwiesen. Die vielfältigen Programme zur Förderung des Selbstvertrauens von Schülern zeigen vor allem Wirkung im sozialen Umgang miteinander. Konfliktpotenziale werden deutlich reduziert. Unterstützt werden diese Programme durch Gesprächsrunden und kulturelle Angebote, die Themen aufgreifen, die im normalen Schulalltag nicht abgedeckt werden können aber essentiell für das tägliche Miteinander sind. Als flankierende Maßnahme für erfolgreiches Lernen im schulischen Bereich und im sozialen Umgang miteinander werden wir diese Leistung weiter fordern und unterstützen.