Neue KITA!  Wohin? – FDP favorisiert einen alternativen Standort! – Argumente gegen die geplante Kindertagesstätte am „Grüner Weg West“

Neue KITA! Wohin? – FDP favorisiert einen alternativen Standort! – Argumente gegen die geplante Kindertagesstätte am „Grüner Weg West“

Wie den Medien und der Berichterstattung aus dem Rathaus zu entnehmen ist, beschäftigten sich die Verwaltung, die politischen Gremien und seit kurzem eine Bürgerbewegung, mit der Errichtung einer weiteren Kindertagesstätte im Telgter Süden. Im Vorfeld wurden mehrere Grundstücke, über einen Zeitraum von ca. einem Jahr, von der Verwaltung geprüft und als nicht geeignet befunden.

Der aktuelle, kurzzeitig vorgestellte Vorschlag der Verwaltung, einen neuen Kindergarten am Ende der Georg-Muche-Straße zu errichten, wurde in der letzten Sitzung des Bau- und Planungsaus­schusses, am 8.9.2016, kontrovers beraten. Die Entscheidung wurde vertagt, um weitere Vorschläge und Alternativen zu erarbeiten.

Der Standort einer weiteren Kindertagesstätte im Süden der Stadt wird von vielen Beteiligten als unbefriedigend bezeichnet. Selbst der Bürgermeister würde einen besseren Standort bevorzugen.

Die dringliche Notwendigkeit zur Errichtung eine weiteren KiTa wird aber immer wieder als Hauptargument für diesen Standort hervorgehoben.

Die FDP Telgte beurteilt dieses Vorhaben als kritisch und wird den Beschlussvorschlag ablehnen.

Unsere Gründe sind:

  1. Im Süden und Südosten gibt es schon vier Kindertagesstätten in einem relativ engen Radius (Wiesenhaus, Kinderwelt, Barbara und Feuerbachstraße).
  2. Die verkehrliche Erschließung der geplanten Einrichtung über die Georg-Muche-Straße ist bei der Enge und Bebauung dieser Siedlung unzureichend und für die Anlieger nicht zumutbar.
  3. Die Anwohner haben im engeren Bereich schon zwei Kindertagesstätten, zudem wird an der Walter-Gropius-Straße ein Haus für Asylbewerber gebaut.
  4. Auch die langfristige Erschließung über das neue, geplante Baugebiet, zwischen Wolbecker Straße und Grüner Weg bringt für die neuen Anlieger keine Entlastung, denn dann liegt die KiTa ebenfalls wieder am Ende des Bebauungsgebietes.
  5. Es soll eine ökologisch wertvolle Ausgleichsfläche für den Neubau geopfert werden.

Dies sind für die FDP genug Gründe, gegen diesen Vorschlag im nächsten Planungsausschuss zu votieren.

Wir verkennen dabei nicht die notwendigen zeitlichen und rechtlichen Erfordernisse, bei stetig steigendem Anspruch auf KiTa-Plätze, schnell zu handeln. Das ist aber kein Grund, jetzt überstürzt zu agieren und einen schlechten Kompromiss durchzuboxen.

Nach unserer Meinung sollten auch die Stadtmitte und der nördliche Stadtbereich wieder mit KITA-Plätzen belebt werden. In den alten, gewachsenen Siedlungsbereichen, „Vogelviertel, Kolpingsiedlung, Füchtenbusch und Altstadt“, wird es in den nächsten Jahren, wegen des Generationswechsels, wieder vermehrt Kinder geben.

Der derzeitige Abriss des Kindergartens am Mönkediek im Jahre 2012 und die mit den Stimmen der CDU und Grünen beschlossene Aufgabe des Areals als Gemeinbedarfsfläche rächt sich heute. Die FDP war damals gegen diesen Beschluss, weil wir diese wertvolle Fläche in der Innenstadt für öffentliche Einrichtungen erhalten wollten.

Wir unterbreiten deshalb zwei realisierbare Vorschläge zum Bau einer Kindertagesstätte:

Eine geeignete Fläche gibt es an der ehemaligen Hofstelle Uekötter, an der Emil-Berliner-Straße. Die problemlose Zufahrt und Erreichbarkeit ist garantiert und ein naturnahes Grundstück mit gewachsenem Baumbestand böten ein attraktives Umfeld. Zudem ist aufgrund der Lage mit einer entspannten Parksituation zur rechnen. Der Eigentümer des Grundstücks ist zu schnellen Verhandlungen bereit, die Erschließung ließe sich zügig umsetzen. Der Bau einer KiTa mit diesem Konzept hat für uns höchste Priorität.

Im Zusammenhang der wieder zunehmenden Beschäftigung von Müttern mit Kindern unter drei Jahren, auch in hiesigen Betrieben, ergibt sich auch die Notwendigkeit, über Kooperationen zur Kinderbetreuung mit den ansässigen Firmen zu sprechen. Nach unseren Recherchen gibt es neben dem öffentlichen Interesse auch ein großes Interesse bei einigen Telgter Firmen im Gewebegebiet Kiebitzpohl, eine betrieblich und öffentlich geförderte Kindertagesstätte zu errichten.

Darüber hinaus ergeben sich nachhaltige Synergien zur Belebung des nördlichen Stadtgebietes und eine Attraktivitätssteigerung der Arbeitsplätze in den hiesigen Betrieben zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine solche Einrichtung eröffnet darüber hinaus den Vorteil von Öffnungszeiten, die für alle Eltern auch eine Randzeitenbetreuung gewährleisten, da die Betriebszeiten der KiTa, denen der Firmen angepasst wären. Dieser Vorteil beträfe dann alle Eltern – und nicht nur die Angehörigen der umliegenden Firmen.

Der Kreis Warendorf signalisierte uns bereits eine hohe Attraktivität der Fläche in Verbindung mit unserem vorgeschlagenen Konzept.

Über dieses Potenzial sollte nach unserer Meinung ernsthaft nachgedacht werden.

Auch das Areal neben der Planwiese an der Ems, im Bereich der Musikschule, ist nach unserer Einschätzung ebenfalls für den Betrieb einer KITA geeignet. Hier wurde vor einiger Zeit schon einmal der Bau einer Gaststätte angedacht, die Verwaltung hatte damals kaum Einwände. Die FDP allerdings schon. Im Interesse unserer Kinder würden wir aber zu einem anderen Ergebnis kommen, wenn es darum geht, die Interessen abzuwägen.

Der Bereich ist im städtischen Eigentum, ist naturnah, das Umfeld zum Haus der Musik würde aufgewertet und die Erschließung ließe sich nach unserer Meinung einfach umsetzen.

Eine ansprechende, behutsame architektonische Gestaltung, mit der Einbeziehung des Hauses der Musik würde diesen innerörtlichen Naturbereich aufwerten.

Zudem ergibt sich daraus auch eine Symbiose zugunsten der Grundschulen im Stadtzentrum und Norden, die bei einer „Südlastigkeit“ vernachlässigt wird. Nach Abwägung der FDP ist dieses städtebaulich sensible Areal für eine KITA durchaus geeignet. Jedoch ist die Erschließung mit deutlich längeren Vorlaufzeiten in der Planung verbunden. Somit sollte die Hofstelle Uekötter favorisiert werden und der Bereich Planwiese / Haus der Musik in die mittelfristige Planung aufgenommen werden, damit der weitere zukünftige Bedarf an Kitaplätzen gedeckt werden kann.

Wir möchten mit diesen konstruktiven Vorschlägen, das Verfahren neu beleben, die Verwaltung und die übrigen Parteien zum Umdenken anregen und werden im Rat und den Ausschüssen dafür kämpfen und einen entsprechenden Antrag in die Sitzung des Planungsausschusses einbringen.

Dr. Hartmut Pfeiffer           Markus Tertilte

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